Frische
04.01.2019

Weintrauben: das steckt in der Beerenfrucht

Schon die alten Römer haben Weintrauben verzehrt. Kein Wunder, denn die Beerenfrüchte schmecken als Snack, in Salaten UND sind die Hauptzutat von Wein. Wir stellen Ihnen die Traube in einer kleinen Warenkunde vor.

Weintrauben – unterschiedliche Sorten

Grundsätzlich werden Weintrauben in helle und blaue Sorten unterteilt. Der Begriff „Weintraube“ umfasst ausserdem Kelter- und Tafeltrauben gleichermassen. Doch was macht den Unterschied? Keltertrauben sind die Sorten, die zur Gewinnung von Wein verwendet werden. Im Gegensatz zu Tafeltrauben sind sie eher kleinbeerig, kernreich und dickhäutig. Darüber hinaus weisen sie einen höheren Säuregehalt auf, dieser ist für die Weinherstellung besonders wichtig. Den Tafeltrauben fehlt es wiederum an dieser Säure. Im Gegensatz zu den Keltertrauben reifen Tafeltrauben nicht nach. Hinsichtlich der Farbgebung sind die Unterschiede eher gering: Zwar fehlt den hellen Sorten der rote Farbstoff in der Schale, das Fruchtfleisch ist bei Kelter- und Tafeltrauben ähnlich hell. Die dunkleren Sorten schmecken dafür süsser als die Grünen, die für ihr säuerliches Aroma geschätzt werden.

Woher kommen Weintrauben eigentlich?

Ursprünglich stammt die kleine Beerenfrucht vom kaspischen Meer. Das Aroma ist umso voller, je langsamer die Traube heranreift. Obwohl Weintrauben zum Heranreifen viel Sonne benötigen, sorgen gemässigte Temparaturen für einen intensiveren Geschmack. Daher wachsen sie auch hierzulande und landen oftmals in köstlichem Wein. In Deutschland haben Trauben von September bis Oktober Saison, während Sie sie nahezu ganzjährig aus verschiedensten Herkunftsländern beziehen können.

Von der Traube zum Wein

Und wie kommt die leckere Weintraube nun ins Fass? Die Weinlese beginnt in der Regel zu Saisonbeginn im September. Wenn die Beeren ein bestimmtes, gesetzlich festgelegtes Mostgewicht, beziehungsweise einen bestimmten Zuckergehalt, erreicht haben, werden sie geerntet, von den Stielen getrennt – das geschieht per Hand oder maschinell – und in eine Mühle geworfen. Hier entsteht ein dickflüssiges Gemisch aus Fruchtfleisch, Schalen, Saft und Kernen, die so genannte Maische. Dieses Gemisch ruht nun 24 Stunden, um die Aromen aus der Traubenschale zu extrahieren. Danach wird die Maische in der Weinpresse gekeltert, woraus Most entsteht. Dieser wird nun geschwefelt, um ihn vor Verderb zu schützen und in Gärfässer gegeben. Nach der Zugabe bestimmter Hefekulturen setzt die Gärung ein und verwandelt Zucker in Alkohol. Solange der Most noch im Gärprozess ist, wird er als Federweisser bezeichnet, lieblicher Wein entsteht wiederum, wenn die Gärung frühzeitig unterbrochen wird. Der wesentliche Unterschied in der Rot- zur Weißweinherstellung liegt in der Reihenfolge der Arbeitsschritte. So wird bei der Rotweinerzeugung nicht der Most, sondern die Maische vergoren – und zwar aus dem Grund, dass sich fast alle Farbstoffe in den Schalen der Weintrauben befinden.

Fun facts

 

- Im Supermarkt werden Weintrauben häufig kernlos angeboten. Allerdings sind es gerade die Kerne, die viele wichtige Substanzen enthalten. Daher sollten Sie beim Kauf Weintrauben mit Kernen bevorzugen und sie gar samt Kern verspeisen – auch wenn das für die meisten zunächst ungewöhnlich ist.


- Bis vor wenigen Jahren durften in Deutschland ausschliesslich Winzer Trauben anbauen und verkaufen. Seit 2000 zählt die Tafeltraube allerdings auch in Deutschland offiziell zum Obst, und darf auch auf landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden.

- Der wohl ungewöhnlichste Weinberg befindet sich direkt am Hamburger Hafen. Jedes Jahr wird aus der Ernte ein Cuvée aus roten und weissen Trauben hergestellt.

Und wie essen Sie Ihre Trauben am liebsten? Im Glas oder auf dem Teller?

Autor
VAPIANO

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